Strakonice

Am Zusammenfluss von Otava und Volyòka und an der Kreuzung der Straßen Prag – Vimperk und Budweiß – Horažïovice und in der Nähe des Eisenbahnknotens Budweis – Pilsen und Bøeznice – Vimperk liegt seit Jahrhunderten Strakonice, eine moderne Industriestadt mit einer interessanten Geschichte und Architektur.

Im Schatten der gewaltigen mittelalterlichen Burg ist in dem 14. Jahrhundert aus einer Siedlung eine Stadt entstanden, weitere Siedlungen wie Bezdìkov, Žabokrty und Lom wurden später aufgesogen, woran bis heute die St.-Wenzelskirche erinnert. Die ursprüngliche mittelalterliche Stadt war städtebaulich einmalig, was bis heute bei dem Spaziergang durch die Stadtmitte deutlich ist. Zwei fast parallele Plätze werden durch eine einzige enge Gasse verbunden (U Sv. Markéty), der Mühlgraben mit einem Flussarm bildet in der Stadt eine Insel (der Stadtteil Na Ostrovì). An die ferne Vergangenheit erinnern auch die Fleischerläden auf dem Großen Markt, die Mariensäule auf dem Palacký Platz oder die Kirche St. Margarete. Beide Plätze und Straßen in der Nähe des Renner-Parks schmücken mehrstöckige Häuser mit reich verzierten Fassaden.

Die Entfaltung der Industrie in dem vorletzten und letzten Jahrhundert hat den Charakter und das Aussehen der Stadt verändert. Die berühmten Textilprodukte vom Betrieb Fezko entstanden in den Werken in der Nähe der Burg oder in der Lokalität Na Ostrovì. Die Fertigungshallen von Èeská zbrojovka erstreckten sich auf den ehemaligen Feldern, Wiesen und auf dem Teich der ehemaligen Gemeinde Lom.

Die heutige Stadt bietet nicht nur angenehme Spaziergänge durch das Zentrum oder auf dem nahen Podskalí entlang des Otavaflusses an, sondern allen Besuchern stehen ein Schwimmbad, ein Eisstadion und mehrere Sport- und Kultureinrichtungen zur Verfügung.

Die Burg ist ein einmaliges historisches Baudenkmal, das eine große Bedeutung für die Entwicklung der Stadt Strakonice in der Vergangenheit hatte, weil ihre Eigentümer bis zum 19. Jahrhundert das Leben der Einwohner erheblich beeinflussten. Bis 1243 war die Burg im Besitz des Adelsgeschlechtes Bavor von Strakonitz. In diesem Jahr wurde ein Teil der Burg auf den Johanniterorden übertragen, der am Anfang des 15. Jahrhunderts für lange Jahre die ganze Burg erworben hat.
In den Böhmischen Kronländern gibt es wahrscheinlich keine andere Liegenschaft, die fast 700 Jahre im Besitz des gleichen Eigentümers war. Erst 1925 wurde die Burg von dem Abgeordneten Rudolf Beran gekauft.
Die ältesten Teile der Burg tragen die Zeichen der gotischen Architektur – die St.-Prokop-Kirche aus dem 13. Jh., ursprünglich dem heiligen Adalbert geweiht, der Kapitelsaal und der zylinderförmige Turm mit dem Grat, Rumpál. Zeichen des Renaissancestils trägt der Turm Jelenka im Süden und die im klassizistischen Stil umgebaute Stirnwand im Osten – das Schloss. Die anderen baulichen Maßnahmen hingen vor allem mit dem Umbau der ehemaligen Wirtschaftsbauten zusammen – der Brauerei, der Mühle und des Meierhofes. Die allmählichen Umbauten haben das mittelalterliche Aussehen der Burg mit dem geschlossenen zweiten Hof und dem Graben in der Nähe des Flusses nicht grundsätzlich verändert.
Die Strakonitzer Burg war immer ein Bestandteil der Stadt, sie gehörte zu der Stadt und lebte mit ihr. Mehr als fünf Jahrzehnte kann man die Ausstellungssäle des Museums besuchen, der Bibliothek dienen die Gebäude im Nordwesten, ein Teil des Schlosses wird von der Kunstschule genutzt, in der Kirche werden regelmäßig Gottesdienste zelebriert und auf dem Hof finden viele interessante Veranstaltungen statt. Jeder Besucher findet bestimmt auf dem umfangreichen Gelände einen Platz oder eine Veranstaltung, die ihn interessiert.

Denkmäler, Gedenktafeln oder regelmäßige Kulturveranstaltungen erinnern an die berühmten Landsleute. Neben František Ladislav Èelakovský ist auch Josef Skupa bekannt, der Autor der weltberühmten Marionetten Spejbl und Hurvínek.

Zu der Gegend von Strakonice gehört als fester Bestandteil schon seit einigen Jahrhunderten die Volksmusik mit Begleitung des Dudelsacks. Die Dudelsacktradition wurde zur Basis der gegenwärtigen internationalen Dudelsackpfeiferfestspiele und zum regelmässigen Treffen der Dudelsackpfeifer aus aller Welt.